Selbstverteidigungslehrgang für Frauen

lehrgang_icon.pngTrotz der Hallentemperatur von knapp 30 Grad Celsius nahmen am 8. Juni 2013 einige „sommerfeste“ Frauen und Männer aus den Reihen des Deutschen Jiu Jitsu Bundes an dem Selbstverteidigungslehrgang in der Schildberghalle in Mülheim an der Ruhr teil.
Dieter Mäß (8. Dan Jiu Jitsu) hatte für den Frauenselbstverteidigungslehrgang einige gängige Abwehrtechniken etwas verändert und durch schnelle aber zugleich präzise Technikelemente ergänzt.
b_200_200_16777215_00_images_pictures_lg2013_1.pngHinter dem Begriff „Frauenselbstverteidigung“ verbirgt sich eine unüberschaubare Vielfalt von Techniken, Methoden, Strategien und Verhaltensweisen, die Frauen helfen sollen, sich gegen einen in der Regel männlichen Angreifer zu erwehren.
Der Begriff „FrauenTechniken“ ist hierbei oft verwirrend und soll lediglich ausdrücken, dass es sich hierbei um frauenspezifische Angriffe mit entsprechenden Abwehrtechniken handelt. Diese Techniken finden sich in vielen „normalen“ Techniken des DJJB wieder und sind quasi die erste Stufe einer in sich vollständigen Abwehr.
Doch zuerst mussten die Anwesenden auf „Temperatur“ gebracht werden, auch wenn die sommerlichen Außentemperaturen dies nicht nahelegten. Nach dem Aufwärmtraining wurden verschiedene Schlagtechniken am Medizinball, Pratzen und Schlagkissen durchgeführt. Hier zeigte sich, dass das falsche Schlagen mit der Faust teilweise Verletzungen an der Schlaghand hervorrufen kann.
Daher hatte Dieter Mäß einen kleinen Theorieteil eingeschaltet, in dem die richtige Ausführung der Grundtechniken des Schlagens in den Mittelpunkt gerückt wurde. Auf diese Art und Weise wurde Verletzungen vorgebeugt und die JiuJitsuka konnten sich im wahrsten Sinne des Wortes mit „Hand und Fuß“, wie es heißt, „auspowern“.
Schnell begriffen die Teilnehmer, dass die Schlaghärte und damit ihre Effektivität mehr von der Körpermechanik als von der Fausthaltung abhängt. Es geht im Jiu Jitsu eben um mehr als Kraft bzw. „Power“. Mit eingedrehter Faust wird aber typischerweise mit mehr Hüft und Körpereinsatz geschlagen, so dass dabei die Schlaghärte wesentlich größer ist.
Die korrekte Ausführung von Schlag und Tritttechniken ist schon an sich die „halbe Miete“, denn mit einer gekonnten Schlagtechnik kann der Kampf beendet sein. Aber was ist, wenn nicht? – Dann kommen spezielle Abwehren ins Spiel, die das Jiu Jitsu als Kampfkunst so besonders machen. Somit wurden Abwehrtechniken nach Handgelenkfassen, Umklammerungen, Würgen im Stand und an der Wand sowie Angriffe samt Abwehren in der Bodenlage durchgeführt.

b_200_200_16777215_00_images_pictures_lg2013_2.pngDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer übten in einer sehr konzentrierten und guten Arbeitsatmosphäre Technik für Technik und stellten zur Freude von Dieter Mäß viele sinnvolle Fragen, die in einem Gesamtzusammenhang im Technikwechsel aufgegriffen und besprochen wurden. Dieter Mäß legte viel Wert darauf, dass die Abwehrtechniken „kurz und knackig“ durchgeführt wurden. Auch die Gefahren von Eigenverletzungen durch eine schlechte Gegenwehr wurden aufgezeigt und durch sichere und effektivere Techniken somit im Vorfeld ausgeschlossen.
Es gibt im Leben wie auch im Budo Dinge, die können nicht ausgeschlossen werden; Ziel der Kampfkunst ist es aber, negative Einflüsse – und damit auch Techniken – von Vornherein auszuschließen, wenn es möglich ist. Schließlich sollte man sich nur mit Qualität beschäftigen. Auch einige Atemipunkte mit Stoß auf empfindliche Körperpunkte des Gegners wurden den JiuJitsuka gezeigt. Der körperliche Übergriff und „Anmache“ auf einer Bank und die Gegenmaßnahmen wurden im Rahmen eines kurzen Rollenspiels gezeigt und darauf von den Lehrgangsteilnehmerinnen und teilnehmern konzentriert trainiert.
Man(n) und Frau ist (sind) aber immer nur so lange hilflos, wie man sich hilflos fühlt oder selbst macht, denn auch ein schwerer, starker Gegner kann durch das Anvisieren von Schmerzpunkten wie der Ohrspeicheldrüse oder dem Nervenpunkt unter der Nase oder an einer anderen Stelle des menschlichen Körpers dazu gebracht werden, von uns abzulassen.
Dann folgt als alternative „Technik“, die auch geübt werden sollte, die schnelle Flucht zu Fuß, falls möglich. Denn ein nicht stattgefundener Kampf (oder ein mit Sinn und Würde abgebrochener) ist besser als jeder Kampf. Die Teilnehmer waren mit vollem Einsatz bei der Sache. Schnell waren die schweißtreibenden Übungseinheiten vorbei und alle waren voll auf ihre Kosten gekommen und nahmen einige gute Tipps mit nach Hause.
b_200_200_16777215_00_images_pictures_lg2013_3.png

Termine

No events

Newsletter

Kontakt

Geschäftsstelle
Bushido Mülheim e.V.
Heike Irle
Therbeckenring 13

45359 Essen

heike(at)bushido-muelheim.de

Follow us...